3. Digitalfrühschoppen | 10.01.2020

Smart Economy & der Digitaltag

Quintessenz: Die Stadt Amberg sollte ihre Innovationskraft stärker vermarkten. Eine Teilnahme am ersten bundesweiten „Digitaltag“ könnte die digitale Teilhabe aller Bürger gezielter in den Fokus rücken. Um den Mut zu neuen Geschäftsmodellen und den Einstieg in die neue Arbeitswelt in Amberg zu fördern, sollen einzelne Erfolgsgeschichten künftig stärker beworben werden.

Einführung

Verena Fitzgerald (Wirtschaftsförderung Amberg) und Markus Hirsch (Volksbank-Raiffeisenbank Amberg) begrüßten eine Expertenrunde aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Sie verwiesen darauf, dass die beim letzten Treffen geplante Übersicht zu Mobilitätskonzepten in Amberg mit dem Relaunch der Webseite amberg.de veröffentlicht wird. Das ebenfalls geplante Pressegespräch zum Thema 5G-Ausbau hat bisher leider noch nicht stattgefunden, soll aber durch Matthias Schöberl nochmals an der OTH angefragt werden.

Beteiligung am Digitaltag 2020

Verena Fitzgerald stellte dem Stammtisch die neue Initiative Digitaltag.eu vor. Am 19.06.2020, der Freitag vor dem Amberger Altstadtfest, organisieren Städte, Firmen, Institutionen, Vereine und Privatpersonen in ganz Deutschland Aktionen rundum die Digitalisierung. Verschiedene Formate wie Workshops, Tag der offenen Tür, Sprechstunden per Chat, Virtual Reality-Tests und vieles mehr sollen die digitale Teilhabe fördern und vor allem die Hemmschwelle der Bürger abbauen, die neuen Technologien skeptisch gegenüberstehen oder kaum Möglichkeiten haben, diese auszuprobieren. Alle Anwesenden hielten eine Teilnahme der Stadt Amberg an dieser Initiative grundsätzlich für sinnvoll, die genaue Gestaltung müsse allerdings sorgfältig geplant werden. Da beim jährlichen Campusfest der OTH am selben Termin bereits die Erfahrung gemacht wurde, dass sich die Teilnehmerzahl Freitagnachmittag bei schönem Wetter in Grenzen hält und in der Innenstadt bereits für das Altstadtfest aufgebaut wird, diskutieren die Anwesenden, ob sich die Teilnahme großteils virtuell über Live-Streamings und ähnliches gestalten lässt. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass nur Bürger erreicht werden, die ohnehin affin für digitale Medien sind. Verena Fitzgerald verwies auf die Webseite digitaltag.eu, bittet um eigenständiges Brainstorming und verspricht eine Rückmeldung nach einer internen Absprache der Wirtschaftsförderung Amberg.

Diskussionsrunde Smart Economy

Welche Amberger Unternehmer fallen den Stammtischgästen zum Schlagwort „Innovation“ ein? Auf Anhieb wurden großteils Industriefirmen wie Baumann, Herding und Lüdecke sowie der Open Innovation Partner Zeigewas genannt. Um zu demonstrieren, dass Innovationen ebenso von anderen Branchen und kleineren Betrieben vorangetrieben werden, stellte Meistergoldschmied Sebastian von der Recke sein neues „Crowddesign“-Projekt vor. Hier bindet der Goldschmied rund 100 Nutzer einer Facebook-Gruppe virtuell in den Fertigungsprozess eines Schmuckstücks ein, indem er ihre Gestaltungswünsche durch Kommentare und Likes aufgreift, eine Vorlage durch 3D-Druck erstellt und die Gruppe live beim Schmieden zuschauen lässt. Im Anschluss erklärt der Amberger Fotograf Dominik Lenz, wie er durch digitale Zeiterfassung, automatisierten Schriftverkehr und selbstgebaute Datenbanken seinen Büroalltag vereinfacht hat und bietet den Anwesenden damit viele nützliche Ideen zum Nachahmen. Markus Hirsch ergänzt die Best Practices noch mit einem Einblick in eine erfolgreiche Kooperation der VR-Bank mit den Amberger Stadtwerken, die trotz unterschiedlicher Geschäftsbereiche zahlreiche Gemeinsamkeiten und Synergieeffekt hervorbrachte.

Zuletzt diskutierte der Stammtisch über die neue Arbeitswelt und die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer mit dem mobilen Arbeiten, der Work-Life-Balance und der Angst irgendwann von einer Maschine ersetzt zu werden. Hierbei zeigte sich, dass bereits viele Amberger Firmen die Digitalisierung nutzen, um ihren Mitarbeitern die Arbeit angenehmer zu gestalten. Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit liege in den Augen des Stammtisches aber in der Eigenverantwortung der Arbeitnehmer. Neue Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsweise und Weiterbildungen sollten demnach stets optional, nie verpflichtend eingeführt werden.

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