2. Digitalfrühschoppen | 6.9.2019

Smart Mobility & 5G-Ausbau

Quintessenz: Amberg sollte Mobilität künftig breiter denken. Eine neue Unterseite der Stadt Amberg wird dem Bürger einen kompakten Überblick über ÖPNV, Parken, E-Carsharing, Fahrradverkehr und vieles mehr verschaffen.
Amberg diskutiert zu wenig und zu einseitig über 5G. Ein gemeinsamer Pressetermin mit verschiedenen Interessenvertretern soll den Ambergern eine 360-Grad-Perspektive auf den neuen Mobilfunkstandard ermöglichen.

Einführung

Verena Fitzgerald (Wirtschaftsförderung Amberg) und Thomas Retzer (Volksbank-Raiffeisenbank Amberg) begrüßten Experten aus den Bereichen Mobilität und Mobilfunk. Sie verweisen auf die Webseite amberg-digital.de, die auf Wunsch des ersten Stammtisches erstellt wurde und empfehlen, sich dort vor künftigen Treffen einen schnellen Überblick über den jeweiligen Themenbereich zu verschaffen.

Diskussionsrunde 5G

Laut eines Presseberichts wurden die beiden Städte Amberg und Weiden kürzlich als eine von sechs deutschlandweiten 5G-Modellregionen ernannt. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung mittels der 5. Generation des Mobilfunkstandards übertrifft LTE um ein Hundertfaches, doch bisher gibt es kaum 5G-fähige Smartphones am Markt. Verena Fitzgerald erklärte, dass die Technologie in unserer Region vor allem zu Forschungszwecken im Bereich Medizintechnik dienen soll. Künftig könnten aber auch Anwendungsfelder wie autonomes Fahren und Industrie 4.0 von dem neuen Mobilfunkstandard profitieren. Anton Stöcklmeier von der Bürgerinitiative 5Gfreies Amberg stellte daraufhin die gesundheitlichen Bedenken gegenüber der Strahlenbelastung vor. Er merkte an, dass er sich nicht gegen Innovationen wie autonomes Fahren stelle, aber er wünsche sich eine bessere Erforschung alternativer Technologien, bei denen die gesundheitlichen Schäden definitiv ausgeschlossen werden können. Nach einer angeregten Diskussionsrunde für und gegen die Einführung des 5G-Mobilfunkstandards in Amberg einigte sich die Runde darauf, dass an erster Stelle für eine umfassendere Informationsvermittlung an den Bürger gesorgt werden sollte. Hierfür wünschten sich die Teilnehmer einen gemeinsamen Termin mit Vertretern der Hochschule, der Wirtschaft, der Bürgerinitiative und der Presse, um jede Perspektive abzubilden und in einfach Worten zusammenzufassen.

Diskussionsrunde Smart Mobility

Frisch gestärkt nach dem Weißwurstfrühstück startete das Thema Smart Mobility mit der Frage, welche Antriebsform aktuell die beste Klimabilanz biete. Nach ausgiebiger Diskussion über die Vor- und Nachteile der Elektromotoren, Erdgas und Diesel ging es schließlich mit dem Thema Verkehrsplanung weiter. Sensoren an allen beampelten Kreuzungen messen täglich den Verkehrsfluss in Amberg und liefern die Daten an einen zentralen Verkehrssignalrechner. Auch das digitale Parkleitsystem und das Handyticket zählen zu wichtigen Initiativen im Bereich Smart Mobility und sollten aus Sicht des Stammtisches stärker beworben werden. Nach Einschätzung der meisten Anwesenden führen weder Boni-Systeme wie die App „Bike Benefit“ dazu, dass mehr Autofahrer auf das Rad umsteigen, noch würden günstigere Bustickets oder WLAN in Bussen genug Anreiz zum Wechsel bieten. Vielmehr seien die Fahrzeiten zu optimieren, die in Form von kleineren Sammeltaxen zum Standardtarif auch nachts und auch in entlegeneren Gebieten gerufen werden können ohne zusätzliche Leerfahrten zu erzeugen. Das autonome Fahren wurde vor allem hinsichtlich seines Entwicklungsstandes und seines Potenzials in der Logistik und Landwirtschaft angeregt diskutiert, es habe im Stadtverkehr derzeit allerdings noch keine Priorität. Abschließend stellte sich die Frage, ob privates Carsharing in Amberg funktionieren könnte. Dies wurde von einem Großteil der Teilnehmer klar verneint. Zu eng sei in ländlich geprägten Regionen wie der Oberpfalz die persönliche Bindung zum eigenen Auto und zu hoch der gewohnte Komfort. Die Verkehrswende müsse demnach in kleinen Schritten und mehr mit zusätzlichen Angeboten statt Verboten vorangetrieben werden.

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